Die Beurteilung unserer Art

[Thumbnail] Die Beurteilung unserer Art

Die Tür des Thronsaals öffnete sich, ein Berater trat ein: „Euer Gnaden“, sprach er den Imperator an. „Wir konnten eine Sonde dieser Menschen – so nennen sie sich – an Bord unseres Schiffes bringen. Da wir schnell herausfanden, dass die Sonde für Forschung unterwegs ist, ließen wir diese auf ihre Umlaufbahn zurück. Allerdings hat das Bergungsteam eine goldene, kreisförmige Scheibe demontiert. Sie scheint Informationen über die Menschen zu enthalten.“ Der Imperator hakte nach: „Wird die, von ihnen beschriebene Scheibe, entschlüsselt?“ „Dies sollte kein Problem darstellen. Die Technologie dieser Art ist primitiv. Darüber hinaus haben sie uns Informationen über die Entschlüsselung mitgegeben.“

Der Imperator erhob sich, der Berater kniete nieder. „Weiter“ Der kniende Helfer fuhr fort: „Einige Informationen ließen sich bereits ablesen, zum Beispiel die Lage ihres Sternes.“ „Dies ist für uns nicht von Bedeutung.“, erwiderte der Befehlshaber. „Nun, Euer Ehren, dann solltet Ihr warten, bis die Scheibe entschlüsselt ist.“ Der Imperator, Vertreter der Mhaxeb sowie Protektor der gerechten intergalaktischen Kommunikation, gab seiner Beratung den Befehl, mit der entschlüsselten Scheibe zu ihm zu treten, um sich dem Inhalt dieser anzunehmen.

So geschah es. Nicht lange dauerte es, da wurde die Saaltür erneut geöffnet und der Berater sowie ein kleines Team an Wissenschaftlern schritten herein. Sie hörten und sahen sich an, was die goldene Platte an Informationen hergab. Kein Leiden, kein Krieg? Ist das war?, dachte der Protektor. Außerdem bemerkte er: „Sie sprechen viele, völlig unterschiedliche Sprachen. Beeindruckend. Überdies scheint ihre Umwelt sehr vielfältig, hört die vielen Tier laute.“

Der Imperator und die Wissenschaftler verbalisierten noch einige Zeit über den Fund. Dann trat einer der Analysatoren nach vorne und sprach: „Die Würdigkeitsrate steht nach der Analyse dieser Daten bei 92%!“ „Sehr erfreulich!“, erwiderte der Imperator. „Steuert ihren Planeten an.“

Nach 10000 intergalaktischen Zeiteinheiten war die Erde in Sichtweite. Sie wurde dem Imperator als Hologramm in der Mitte seines Thronsaals gezeigt. Mit Gesten konnte er den Globus drehen, heranzoomen und so weiter. Er suchte sich einen geeigneten Landeplatz. Der Berater eilte herein, worauf der Befehlshaber stolz verkündete: „Es soll ein Tochterschiff vorbereitet werden. Ich werde die Menschen besuchen.“ „Euer Ehren…“, begann der Helfer zögerlich. „Ich fürchte, auf diesem Planeten ist eben nicht alles perfekt.“ „Welchen Grund können Sie für Ihre Bedenken anführen?“ „Es ließen sich Signale abfangen. Besser wäre es einen Roboter vorzuschicken.“, schlug die Beratung vor. Der Protektor willigte ein.

Der Roboter kreiste um die Erde, sammelte Informationen, sendete diese an das Mutterschiff. Der Imperator hörte, wie einer der Analysatoren verkündete, dass die Würdigkeitsrate sinkt und sinkt. Schließlich lag diese bei nur noch 4%.

„Was machen wir jetzt mit diesen Menschen?“ Der Berater sprach: „Im Allgemeinen hat diese Art noch viele Probleme. Sie befinden sich im Computerzeitalter und müssen noch viele ethische Fragen beantworten vor allem im Zusammenhang mit Computern. Darüber hinaus ist der Wohlstand einschließlich der Nahrung ungerecht verteilt.“ „Damit haben auch wir noch zu kämpfen! Die Mhaxeb und die Menschen könnten dieses Problem zusammen angehen.“, warf der Imperator ein. Doch der Untergebene fuhr fort: „Die Bevölkerung der Erde hat ein viel schlimmeres Problem: Sie bekriegen sich gegenseitig. Zum einen kämpfen sie gegen Diktatoren, was durch aus gut ist, zum anderen jedoch kämpfen sie aufgrund ihrer Religion. Sie verstehen noch nicht, was man unter einem Gott versteht… Und, Euer Gnaden, bedenken sie, dass wir mit einer Lebensform, deren Rate unter 25% liegt nicht kommunizieren dürfen. Die Menschen benötigen noch viele Erdenjahre, um sich entsprechend zu entwickeln.“

Anmerkung: Die goldene Scheibe (Voyager Golden Record), welche sich auf der Voyager Sonde befindet, wurde kritisiert, da die Informationen auf dieser Scheibe einseitig und damit nicht wahrheitsgemäß seien. Zu einer umfassenden Darstellung der Menschheit gehören (leider) auch Kriege, Umweltprobleme (z.B. die Verschmutzung der Ozeane) und hungernde Menschen.

Was denkst du über diesen Post?
  • Gut (2)
  • Hilfreich (0)
  • Nicht gut (0)
  • Lustig 😀 (1)

von | Kategorie: Kurzgeschichten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

16 − = 6